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    Datenschutz mal ganz praktisch

    Datenschutz mal ganz praktisch

    REZENSION Wenn Betriebs- und Personalräte sich mit Datenschutz befassen, geht es meistens darum, den Missbrauch von Arbeitnehmerdaten zu verhindern. Das ist gut - gilt aber nicht nur für »die anderen«, sondern auch für die Arbeitnehmervertretung selbst.
    VON WOLFGANG FRICKE
    Soziale Auswahl bei betrieblichen Kündigungen, Abmahnungsfälle, Urlaubsplanung, Überstundenregelungen und manchmal auch Listen mit Namen von Gewerkschaftsmitgliedern oder gewerkschaftlichen Vertrauensleuten - das sind Beispiele für personenbezogene Daten, die in Betriebs- und Personalratsbüros zu finden sind.
    Keine Frage also: Betriebs- und Personalräte müssen auch vor der eigenen Datenschutz-tür fegen - und zwar selbst Denn der Arbeitgeber hat kein Recht, den Betriebs-/Personalrat zu kontrollieren. Und der allein vom Arbeitgeber benannte betriebliche oder behördliche Datenschutzbeauftragte darf dies logischerweise ebenso wenig. Was nicht ausschließt, dass eine Arbeitnehmervertretung mit dem Datenschutzbeauftragten auch in der Frage des eigenen Datenschutzes zusammenarbeitet - aber nur, wenn sie das will. In jedem Fall sollte eine Arbeitnehmervertretung also einen eigenen »Datenschutzbeauftragten« haben.
    Auch solche grundlegenden Überlegungen werden selbstverständlich am Anfang des gerade neu herausgekommenen Buchs »Datenschutz. Grundlagen und Arbeitshilfen für Betriebs- und Personalräte« knapp beschrieben und helfen im Fall des Falles bei Diskussionen im Gremium oder mit Arbeitgeber / Daten-schutzbeauftragtem.
    Richtig zur Sache geht es dann aber in den folgenden Kapiteln. Vom Datenschutzkonzept speziell für die Arbeitnehmervertretung (Kapitel 4) bis hin zu gezielten Organisationslösungen (Kapitel 24) wird nun wirklich jedes Thema sorgfältig - und vor allem aktuell! - behandelt, das dem Betriebs-/Personalrat vielleicht irgendwann Kopfschmerzen oder Ärger bereiten könnte.
    Die Themen reichen von der »Brand-schutzmauer« (Firewall) fürs Internet über Computerviren, diverse Datensicherungs- und Verschlüsselungstechniken bis hin zum sicheren Löschen nicht mehr benötigter (oder »abgelaufener«) Daten. Einen Extra-Blick wirft CuA-Autor Josef Haverkamp auf die nicht wenigen Datenschutzprobleme, die speziell Windows und die Microsoft-Office-Programme nun einmal an sich haben.
    Aber auch die besonderen Datenschutz-mängel diverser Gerätschaften - wie Multi-funktions-Drucker, Tablets oder Smartphones - werden detailliert und kenntnisreich behandelt. Apropos kenntnisreich: Die fundiertesten Kenntnisse eines Autors nützen der Leserschaft dann nicht viel, wenn dieser es nicht versteht, sie verständlich und anwendbar zu vermitteln - so wie Josef Haverkamp es kann. Wer ihn von seinen CuA-Artikeln her kennt, weiß auch, dass er bestens informiert ist über die Praxis in Betriebs-/Personalratsbüros das spiegelt sich in zahlreichen Arbeitshilfen und Tipps dieses Buchs wieder. Hilfreich sind dabei auch die Checklisten. Kurzum: Dieses Buch gehört nicht nur auf jedes Bücherregal in den Betriebs-/Personalratsbüros, sondern sollte auch wirklich gelesen werden.

    Wolfgang Fricke war bis 2008 verantwortlicher CuA-Redakteur wolfgang@fricke.sh 
    Datenschutz . Grundlagen und Arbeitshifen für Betriebs- und Personalräte

    Josef Haverkamp, Bund-Verlag, 2016
    238 Seiten, 19,90 Euro
    ISBN: 978-3-7663-6429-6
    Bund-Verlag